Damals und Heute 

 

 

 

 

 

 

                                 Die nachfolgenden Texte sind der SBZ-Sanitär-Zeitung entnommen.

                                                                                                                                             Quelle: Hansgrohe

 Bestenfalls funktional: das Bad der 20er-Jahre mit Zuber.

 Immerhin: Es verfügte bereits über eine dezentrale Warmwasserbereitung.

 

Früher war alles besser? Von wegen. Man hat es nur nicht besser gewusst.

 

Kaum ein Umstand könnte das besser belegen als eine kleine Zeitreise durch die

vergangenen Jahrzehnte der Badezimmergestaltung.

Unterm Strich bleibt da eigentlich nur folgende Aussage:

Es hat sich alles zum Positiven entwickelt, wie die Bilder aus dem Hansgrohe-Museum für Wasser,

Bad und Design in Schiltach zeigen.

Die einzelnen Ausstellungsbereiche lassen die Epochen der Kulurgeschichte des Privatbads lebendig werden-

vom bäuerlichen Leben mit Außenbrunnen über die spartanischen Bäder der 20er-Jahre

bis zum Designer-Bad von Philippe Stark.

Auf dieser Seite sind beispielhafte Bäder der 20er-, 60er-, 70er- und 90er- Jahre abgebildet.

Hätten sie es zeitlich zuordnen können?

 

                                                                                                            Quelle: Hansgrohe

 In der Mitte der 60er beginnt sich das Bad langsam zum Wohnbad,

 zum "weichen Bad" ohne Ecken und Kanten, zu entwickeln. 

 Die Trendfarben für Wände und Böden sind Schwarz, Weiß, blau und Rosa.  

 

 

                                                                                                                                                Quelle: Hansgrohe

 In den 70er- Jahren wird das Leben nach und nach bunter, das spiegelt sich auch im Bad.

 Kunststoff erobert Waschtisch und Wanne, flauschige Textilien machen das Bad wohnlicher.

 

 

                                                                                                                                             Quelle: Badambiente

 Die überwiegend farbigen Bäder konnte man nicht mehr sehen.

 Der Whirlpool war "in", Technik hielt im Bad einzug.

 

 

 

                                                                                                                                  Quelle: SBZ-Sanitär-Zeitung

 In den 90er-Jahren gewinnt Design im Bad stark an Bedeutung. 

 Das betrifft Armaturen und Sanitärobjekte gleichermaßen wie die Gestaltung

 der Oberflächen an Wand und Boden.

 

 

 

 

 

        Früher gab es noch einen Heizraum im wahrsten Sinne des Wortes.

 

                        Die nachfolgenden Texte sind der SBZ-Sanitär-Zeitung entnommen.

 

                                                                                                                                  Quelle: Viessmann

 

                                   Am Anfang war das Feuer                                                                                                                        

 Als gegenwärtige Themen bestimmen die Entwicklung im Heizungsmarkt:

 Brennstoffzellen, Hybridgeräte, schaltende Kollektoren und Heizungssteuerung

 per Smartphone.

 Die Branche ist aber nicht erst seit heute innovativ. Schon wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg

 wurden neue Techniken zur sicheren und komfortablen Wohnraumbeheizung in den Markt eingeführt.

 Der Beitrag ist eine Zeitreise durch 70 Jahre Entwicklungsgeschichte am Beispiel des Unternehmens Viessmann.

 

Nachdem Viessmann mit einer neuen Kessel-Generation den Weg für den Stahlheizkessel geebnet hat, beginnt in diesem Jahrzehnt die Entwicklung komfortabler Systeme zur Trinkwassererwärmung. 1965 werden „Heizkessel mit eingebauten, korrosionsfesten Brauchwasserbehältern“ zum Patent angemeldet. 1967 bringt Viessmann mit den von Hans Gugelot, Designer der Ulmer Schule, gestalteten Kesseln erstmals Farbe und Design in die Heizkeller. 

Elektrische Kesselregelung

 

Parallel zur Kesselentwicklung wird das Lieferprogramm der Regelungs- und Steuerungstechnik erweitert. Die manuell betriebenen Mischer werden zunehmend durch elektrische Kesselregelungen mit raumtemperatur- oder außentemperaturgesteuerten elektronischen Heizkreisregelungen mit zeitgesteuerter Nachtabsenkung abgelöst.

 1970er-Jahre: Energiekrise löst neue Entwicklungen aus

Zu Beginn der 1970er-Jahre decken Erdöl und Erdgas knapp zwei Drittel des Weltenergiebedarfs. Im Zuge der sogenannten Ersten Energiekrise steigen 1973 die Preise für Rohöl drastisch. In den folgenden Jahren wird der sparsame Umgang mit Öl und Gas ein zentrales Thema der Wirtschaftspolitik. Zeitgleich wächst das Umweltbewusstsein. 1974 tritt das Bundes-Immissionsschutzgesetz, 1976 das Energieeinsparungsgesetz in Kraft. Die daraus abgeleiteten Verordnungen wirken sich direkt auf die Heizungstechnik aus.

Weltpremiere: Kessel aus Edelstahl

Ausgelöst durch die Energiekrise wird Anfang der 1970er-Jahre in allen Bereichen der Heiztechnik geforscht und entwickelt, um die Energieausnutzung der Heizkessel weiter zu verbessern. 1972 überrascht Viessmann die Fachwelt mit einer Weltpremiere – einem Heizkessel aus Edelstahl.

Gegenüber dem bisher üblichen Guss-Gaskessel mit Brenner ohne Gebläse zeichnet sich dieser Edelstahl-Gaskessel durch geringes Gewicht, einen hohen feuerungstechnischen Wirkungsgrad, leicht zu reinigende Kesselheizflächen und einen hohen Wasserinhalt aus.

Erneuerbare Energien im Fokus

Durch die Energiekrise wächst auch das Interesse an regenerativen Energieträgern. Viessmann beginnt 1976 mit der Fertigung von Sonnenkollektoren, zwei Jahre später kommen die ersten Wärmepumpen auf den Markt. Außerdem werden in dieser Zeit neue Scheitholzkessel, Holzvergaserkessel sowie Spezialheizkessel für Hackschnitzel und andere Biomasse-Formen entwickelt.

1980er-Jahre: Ära der Niedertemperatur-Warmwasserheizung

Anfang der 1980er-Jahre beginnt die Ära der Niedertemperatur-Warmwasserheizung. Die bei der Wärmeerzeugung entstehenden Auskühl- und Oberflächenverluste eines Heizkessels lassen sich erheblich reduzieren, wenn Heizkessel statt mit konstant angehobener Temperatur von ca. 70° C mit gleitend abgesenkter Kesselwassertemperatur bis herab auf 40° C betrieben werden. Dadurch ergeben sich für die Heizkessel neue, erhöhte Anforderungen, denen die Kesselkonstruktion Rechnung tragen muss: Beim Niedertemperaturbetrieb liegt die Kesselwassertemperatur über weite Phasen der Heizperiode unter der Taupunkttemperatur der Heizgase.

Zweischalige, biferrale Verbundheizfläche

Viessmann begegnet dieser technischen Herausforderung mit einer völlig neuartig gestalteten, zweischaligen Verbundheizfläche – einer bis dahin nicht gekannten Kombination der Werkstoffe Guss und Stahl. Dieser Meilenstein der Heiztechnik ermöglicht es, den Kessel als Tieftemperaturkessel, das heißt ohne untere Temperaturbegrenzung – und damit noch effizienter als einen Niedertemperaturkessel – zu betreiben .

Die energiesparenden Tieftemperaturheizkessel Vitola biferral mit zweischaliger Verbundheizfläche werden in den 1980er-Jahren zu einem festen Begriff in der Heizungsbranche. Der Erfolg dieser Baureihe spiegelt sich in der verkauften Stückzahl wider: 1988 verlässt der millionste Vitola-Kessel die Produktionshallen in Allendorf.

1990er-Jahre: Heizungstechnik mit System

Digitale Regelungen in den Wärmeerzeugern lösen in diesem Jahrzehnt die bisher eingesetzten elektronischen Regelungen ab. Die Regelungen Trimatik-MC (ab 1988) und Dekamatik (ab 1990) ermöglichen eine Vielzahl von Funktionen. So können neben dem Kesselkreis bis zu zwei Heizkreise mit Mischer direkt geregelt werden. Wesentliches Merkmal sind Selbstdiagnosesysteme. Darüber hinaus sind diese Regelungen kommunikationsfähig.

Die Stunde der Brennwerttechnik

Der Treibhauseffekt und die damit verbundene Gefahr einer Klimaveränderung beherrschen die umweltpolitischen Diskussionen der späten 1980er-Jahre. Die Bundesregierung beschließt 1990, bis zum Jahr 2005 die CO2-Emission um 25 bis 30 % zu reduzieren. Damit schlägt die Stunde der Brennwerttechnik. Mit ihr lassen sich gegenüber Niedertemperaturkesseln mehr als 10 % Brennstoff einsparen, da auch die im Wasserdampf der Abgase enthaltene latente Wärme für den Heizwasserkreislauf nutzbar gemacht wird. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, entwickelt Viessmann zwei bahnbrechende Innovationen: Für eine extrem schadstoffarme Verbrennung sorgt der MatriX-Strahlungsbrenner . Intensive Kondensation und damit eine optimale Nutzung des Brennstoffs gewährleisten die Inox-Crossal-Heizflächen – hochwirksame Wärmetauscherflächen aus Edelstahl, die in allen Viessmann-Brennwertkesseln eingesetzt sind.

2000er-Jahre: Energiegipfel und Klimaschutzverhandlungen

Durch die Zusammenlegung von Heizungsanlagen- und Wärmeschutzverordnung zur Energieeinsparverordnung (EnEV) ändern sich 2002 wesentliche Rahmenbedingungen für die Heizungsbranche. Die EnEV verlangt eine ganzheitliche Betrachtung von Bauphysik und Anlagentechnik, gibt Effizienzziele vor und forciert damit Komplettsysteme aus gut aufeinander abgestimmten Komponenten.

Nationaler Energiegipfel

forciert Strukturwandel

Auf politischer Ebene werden zunehmend Konzepte zur Einsparung fossiler Energien diskutiert. In Deutschland wird 2006 der Nationale Energiegipfel zur Erarbeitung eines zukunftssicheren Energiekonzeptes einberufen. Seine Ziele sind Versorgungssicherheit, Klimaschutz, Energieeffizienz und Kostenstabilität. Zur Umsetzung wird eine Doppelstrategie beschlossen, die eine Steigerung der Energieeffizienz ebenso umfasst wie die Substitution fossiler durch erneuerbare Energien. Der damit verbundene Strukturwandel hin zu hocheffizienter Brennwerttechnik für Öl und Gas sowie hin zu Wärmepumpen, Pelletkesseln und Solarsystemen für die Warmwasserbereitung, stellt die Heizungsbranche vor große Herausforderungen, bietet aber auch die Chance zur Modernisierung des veralteten Anlagenbestands.

Wachsende Bedeutung

erneuerbarer Energien

Bereits 2001 bietet Viessmann Systemlösungen zum energieeffizienten Bauen und Modernisieren, zur Ressourcenschonung und zur Senkung der CO2-Emissionen an. Produktneuheiten zur Nutzung regenerativer Energien – zum Beispiel solarthermische Systeme, Wärmepumpen und Biomassekessel – ergänzen das Komplettangebot .

Seit 2011: Ausbau erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung

Im März 2011 erschüttert ein Erdbeben die Region nördlich von Tokyo. In der Folge kommt es im Atomkraftwerk Fukushima zu einer Reihe schwerer Unfälle, wobei auch Strahlung entweicht. Die Auswirkungen auf Deutschland bestehen im Wesentlichen in dem Beschluss, vollständig aus der Kernenergie auszusteigen und im forcierten Ausbau von Photovoltaik und Windkraft. Darüber hinaus beherrschen Herausforderungen wie der Klimawandel und die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche die öffentlichen Diskussionen.

Erstes in Serie produziertes

Brennstoffzellen-Heizgerät

Schon heute kann an wind- und sonnenreichen Tagen in Deutschland der gesamte Spitzenbedarf an Strom erneuerbar abgedeckt werden. Allerdings wird Strom nicht immer dort erzeugt, wo er aktuell benötigt wird, und es gibt auch nicht immer Spitzenbedarf. Auf der anderen Seite gibt es Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, aber trotzdem ein hoher Strombedarf vorhanden ist. Bei Engpässen in der volatilen Stromerzeugung können Mikro-KWK-Systeme und Blockheizkraftwerke einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Bedarfs leisten. Weil dies dezentral geschieht und der Strom im Haus erzeugt wird, werden zudem die Stromnetze entlastet.

Als erster Hersteller überhaupt hat Viessmann im Frühjahr 2014 ein in Serie produziertes Brennstoffzellen-Heizgerät für Ein- und Zweifamilienhäuser in den Markt eingeführt. Der damit erzeugte Strom wird im Haus genutzt oder gegen Vergütung in das Stromnetz eingespeist. Das Mikro-KWK-System spart im Vergleich zur ungekoppelten Wärmeerzeugung und dem Bezug von üblichem Netzstrom bis zu 40 % Energiekosten ein und reduziert die CO2-Emissionen um rund die Hälfte.

 

Im Tagesverlauf werden bis zu 15 kWh Strom produziert. Damit kann ein Großteil des Bedarfs im Haushalt gedeckt werden. Entsprechend erhöht sich die Unabhängigkeit von der öffentlichen Stromversorgung. Die bei der Stromerzeugung in der Brennstoffzelle gleichzeitig anfallende Wärme wird der Heizung oder Trinkwassererwärmung zugeführt. Bei höherem Wärmebedarf schaltet sich der integrierte Gas-Brennwertkessel automatisch hinzu.


 

                                 Rohrverbindungstechnik für Trinkwassersysteme.

 

 Ein Rohrleitungssystem aus rostfreiem Edelstahl mit Pressverbindern aus Rotguss von Viega.     Quelle: Viega

 

 So schnell, wie vermutet werden könnte, hat sich die Rohrverbindungstechnik für Trinkwassersysteme

 nicht auf ihr heutiges Niveau entwickelt. Es ging mehr oder minder großen Schritten vonstatten, 

 durch technische und wirtschaftliche Einflüsse geprägt.

 

Nach dem 2. Weltkrieg: Löten und schweißen

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist eine der großen Leistungen einer Gesellschaft. Die Geschichte der Trinkwasserversorgung hat dabei in mehreren tausend Jahren viele Veränderungen erfahren. Viadukte, Holzleitungen und Bleileitungen sind nur einige Beispiele. Dabei spielte die Verbindung der einzelnen Rohre bzw. Leitungen schon immer eine entscheidende Rolle.

Nach Kriegsende waren 60 % der deutschen Wohnungen zerstört. Mit Bauinitiativen wurde begonnen, um die schlimmste Wohnungsnot zu mindern. Schon damals waren die Risiken des Werkstoffs Blei bekannt, er war deshalb nur für Kaltwasserleitungen zulässig. Da die Versorgung mit warmem (Trink-)Wasser sich meist auf eine dezentrale Warmwasserbereitung beschränkte, etwa den Badeofen, war dies keine große Einschränkung für die Verwendung von Bleileitungen. Verzinkte Stahlrohre wurden für fast alle Bereiche in der häuslichen Trinkwasserinstallation eingesetzt.

 

 

Stahl und Blei im Einsatz

Stahl wurde damals an den Verbindungsstellen verschraubt, Schraub- bzw. Gewindeverbindungen zählen zu den lösbaren Verbindungen. Bleileitungen dagegen wurden gelötet, was zu den unlösbaren Verbindungstechniken zählt, da es ein thermisches Verfahren zum stoffschlüssigen Fügen von Metallen ist. Mehr an Verbindungsarten gab es anno dazumal nicht.

 

Ab 1960: Kupfer im Aufschwung

Anfang der 1960er-Jahre, als die Arbeitslöhne rasant stiegen, begann der Aufschwung von Kupfer. Das gegenüber dem Stahlrohr teurere Material ließ sich durch die Lötverbindung schneller verlegen. Hinzu kam der Einsatz von Kupfer in der Wasserverteilung von erwärmtem Trinkwasser von einem zentralen Trinkwassererwärmer. So war diese Zeit geprägt vom Einsatz von Stahlrohr mit Schraubverbindung in Kaltwassersystemen und der Verwendung von Kupferrohr in den Warmwassersystemen.

 

Beide Verbindungstechniken, die zum großen Teil mithilfe der Hände und angeeigneten handwerklichen Fähigkeiten ausgeführt werden, zählen traditionell auch heute noch zu den verwendeten Verbindungsarten. In der Folgezeit wurden die Trinkwasseranlagen immer umfangreicher. Nicht vergessen werden darf, dass in einigen Gebieten noch bis in die späten 1960er-Jahre der Anteil der Wohnungen ohne Bad in einem zweistelligen Prozentbereich lag.

1985: Pressen erobert die SHK-Installationswelt

1985 kam die erste kleine Revolution in der Verbindungstechnik: Mapress, was heute zu Geberit gehört, führte ein Presssystem für den Trinkwasserbereich ein. Fitting und Rohrsystem sind aus Edelstahl. Am Anfang mit Skepsis betrachtet, hatte die Pressverbindung den Vorteil, dass keine Flamme oder andere Wärmequellen mehr benötigt wurden. Dafür polarisierte Diskussionen um Materialverformung und die Langlebigkeit des Dichtrings die Branche.

Bei einer Pressverbindung werden mehrere Teile mittels einer Pressmaschine und Pressbacken oder Pressschlingen mechanisch zusammengefügt. Die Pressmaschine übernimmt den Part der Herstellung der kraft- und formschlüssigen Verbindung, anfangs mit enormer Kraftanstrengung durch manuelle Presszangen. Später wurden für größere Dimensionen elektrische Pressmaschinen entwickelt. Nach und nach wurden auch für andere Rohrwerkstoffe (Kupfer, Mehrschichtverbundrohre etc.) Pressfittings entwickelt, genauso nahm die Zahl der Hersteller zu. So stellte Viega 1989 sein erstes Pressfittingsystem (Sanpress mit Edelstahlrohren und Rotguss-Pressverbindern) für den Trinkwasserbereich vor, im gleichen Jahr Geberit sein Pressfittingsystem (Mepla) für Mehrschichtverbundrohre.

 

Letztlich musste für alle damals verfügbaren Verbindungsarten immer eine zusätzliche Kraft oder ein Hilfsmittel an die Verbindung geführt werden. Bei Lötverbindungen das Lot und die Wärme, bei Pressverbindungen die Pressmaschine oder beim Kleben der Klebstoff. Unter Umständen steht in engen Bausituationen sehr wenig Arbeitsraum zur Verfügung. Dementsprechend schwierig gestaltet sich der Vorgang.

Mitte der 90er: Steckfittings erweitern das Angebot

Das ändert sich Mitte der 1990er-Jahre, als die nächste Entwicklungsstufe erreicht wurde: der Steckfitting. Als erster Hersteller führte Friatec die werkzeuglose Verbindungstechnik ein, die nur mit der Kraft der Hände ausgeführt wird. Mittlerweile bieten rund ein Dutzend Hersteller Steckfittings und Steckfittingsysteme für verschiedene Rohrleitungswerkstoffe an. Mit dem Steckfitting lassen sich Rohrleitungen schnell verbinden, Werkzeug wird nur zur Vorbereitung der Verbindung benötigt. Für den Verbindungsvorgang selbst sind keine weiteren Hilfsmittel oder Maschinen notwendig. Die Fittings sind entweder aus Kunststoff oder aus Metall. Vorzugsweise werden kleine Dimensionen von d 16 mm bis d 25/32 mm angeboten, größere Dimensionen sind eher die Ausnahme.

Aber auch die Pressfitting-Fraktion blieb nicht untätig. Uponor stieg 1993 mit dem MLCP-Pressfitting für Mehrschichtverbundrohre in diesen Bereich ein. Viega stellte 1995 Profipress vor, das erste Trinkwassersystem für Kupferrohr mit Kupferpressverbinder.

Formteilangebot und Anbieterkreis

erweitern sich

 

In den folgenden Jahren gab es wenige echte Neuheiten. Die bestehenden Systeme wurden kontinuierlich weiterentwickelt, wie beispielsweise Pressfittings mit dem Merkmal „unverpresst undicht“ oder mit dem Pressindikator. Die Technologie „unverpresst undicht“ war die Antwort der Hersteller auf das Problem, dass ein eingesteckter, aber nicht verpresster Fitting bereits dicht sein kann und später im Betrieb undicht wird. Das Formteilangebot stieg im Laufe der Jahre, ebenso das Angebot an Systemen der Hersteller (Roth, Sanha, Fränkische, Friatec, IBP).

2009: Druckverlustoptimiertes System entwickelt

Etwas Bewegung im Marktsegment gab es im neuen Jahrtausend. 2009 präsentierte Viega Raxofix, ein neues, druckverlustoptimiertes Rohrleitungssystem mit raxialer Presstechnik – ohne elastomeres Dichtelement. 2011 stellte Uponor die RTM-Fittingtechnologie vor. Statt außen über einen Fitting mit der Pressmaschine wird im Fitting mit einem vorgespannten Pressring das Rohr verpresst. Also auch ein Verbindungsvorgang ohne Werkzeug. Einfach das kalibrierte Rohr einschieben, fertig! Den Rest erledigt die integrierte Technik. Mit der integrierten Pressfunktion können die Verbundrohre des Herstellers unkompliziert und sicher verbunden werden. So sind selbst an schwer zugänglichen Stellen professionelle Pressverbindungen möglich.

Die Situation heute

Platzhirsch ist die Pressverbindung mit radialer und axialer Pressfitting-Technik. Deren Verbreitungsgrad liegt heutzutage bei geschätzt 80 bis 85 %. Das bedeutet, dass fast jeder Handwerker regelmäßig diese Verbindungstechnik anwendet. Alle gängigen Rohrwerkstoffe für Trinkwassersysteme können mit Metall- und Kunststoff-Fittings verbunden werden. Das Kleben ist komplett verschwunden, die Schiebehülsen-Technik hat eine größere Fangemeinde als man glaubt, die Technik des Heizelement-Muffenschweißens für Rohrleitungen aus dem Kunststoff PP-R hat seine Nische gefunden, einige Handwerker löten (Weich- und Hartlöten je nach Dimension) auch noch. Geschraubt wird weiterhin, z. B. mit Übergangsverschraubungen.

Und der Steckfitting? Der wartet immer noch auf seinen Durchbruch, viele Installateure hegen offensichtlich immer noch Vorurteile gegen diese Verbindungsart. Aber wenn man bedenkt, wie lange die Presstechnik brauchte, um ihre führende Marktposition zu erreichen, hat die Steckverbindungstechnik noch etwas Zeit, Terrain zu gewinnen. Wie sieht die Zukunft der Verbindungstechnik aus? Gewaltige Entwicklungssprünge wird es erst mal nicht mehr geben. Die Aussichten sind also gut, dass viele dieser Systeme durch kontinuierliche Weiterentwicklung den SHK-Handwerkern noch Jahre erhalten bleiben, speziell in puncto Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Marktanpassung. Wichtig in diesem Zusammenhang: Die absolut unfehlbare Verbindungstechnik gibt es trotz aller Sicherheitsvarianten nicht. Solange Menschen diese Arbeit übernehmen, können auch Fehler passieren, was eben menschlich ist.

                                                                                                                                               Autor: Dietmar Stump

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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